DNGS - Nachhaltige Energiepolitik

Nachhaltige Energiepolitik

Wir wollen eine Energieversorgung, die nachhaltig, bezahlbar und sicher ist – und Deutschland unabhängiger von fossilen Energieimporten macht.

Nachhaltigkeit als Grundlage für unsere Zukunft

Eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung gehört zu den wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Für die DNGS bedeutet nachhaltige Energiepolitik nicht nur Klimaschutz. Es geht auch um wirtschaftliche Vernunft, soziale Gerechtigkeit, technische Innovation und die Frage, wie unabhängig Deutschland in Zukunft von Energieimporten und internationalen Krisen sein kann.

Wie dringend Veränderungen notwendig sind, zeigen auch die zunehmenden Wetterextreme. Ende Juni 2026 berichtete die Tagesschau über drei aufeinanderfolgende Tage mit neuen vorläufigen Temperaturhöchstwerten in Deutschland. Am dritten Tag wurde ein vorläufiger Wert von 41,7 Grad Celsius gemessen. Es waren die höchsten Temperaturen, die seit dem Jahr 1881 gemessenworden sind.

Für uns ist Nachhaltigkeit jedoch mehr als Klimaschutz allein. Eine wichtige Grundlage unserer Politik sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Diese Ziele verbinden ökologische, soziale, wirtschaftliche und politische Themen miteinander. Dazu gehören unter anderem die Bekämpfung von Armut, hochwertige Bildung, bezahlbare und saubere Energie, menschenwürdige Arbeit, nachhaltige Städte und Gemeinden, Klimaschutz sowie Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.

Die Grundidee der DNGS ist deshalb: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit müssen gemeinsam gedacht werden. Eine Politik kann unserer Meinung nach nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn sie die natürlichen Lebensgrundlagen schützt und gleichzeitig darauf achtet, dass Veränderungen sozial gerecht gestaltet werden.

Der Klimawandel ist schon lange bekannt

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Klimawandel ist nicht neu. Die ARD-alpha-Darstellung zur Geschichte der Klimaforschung zeigt, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Zusammenhänge zwischen Treibhausgasen, dem Treibhauseffekt und Veränderungen des Erdklimas schon seit sehr langer Zeit untersuchen.

Trotzdem ist unsere Weltwirtschaft bis heute stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Kohle, Erdöl und Erdgas werden gefördert, transportiert, verarbeitet und schließlich zur Energiegewinnung oder als Rohstoff verwendet. Hinter diesem System stehen große wirtschaftliche Interessen.

Ein Beitrag der Deutschen Welle über die Finanzierung der fossilen Energiewirtschaft beschäftigt sich mit der Frage, wie der weitere Ausbau von Kohle-, Öl- und Gasprojekten finanziert wird. Dies zeigt, dass die Energiewende nicht nur eine technische Aufgabe ist. Es geht auch um wirtschaftliche Interessen, Investitionen und die Frage, in welche Energieformen weltweit Geld fließt.

Die politische Diskussion über den Klimaschutz findet deshalb nicht in einem Raum ohne wirtschaftliche Interessen statt. Der Beitrag von LobbyControl über den Einfluss der fossilen Lobby auf UN-Klimakonferenzen zeigt, wie Vertreter fossiler Interessen versuchen können, Einfluss auf politische Prozesse und Klimaverhandlungen zu nehmen.

Auch die Sendung Reschke Fernsehen zum Thema Klimawandel und Fossil-Lobbyismus beschäftigt sich mit der Frage, wie wirtschaftliche Interessen, Lobbyismus und die öffentliche Diskussion über den Klimawandel zusammenhängen.

Für die DNGS folgt daraus: Politische Entscheidungen müssen transparent und auf Grundlage überprüfbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden. Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht wichtiger sein als die langfristigen Interessen der Gesellschaft und zukünftiger Generationen.

Die Verantwortung großer fossiler Produzenten

Die Verantwortung für den weltweiten CO₂-Ausstoß ist sehr ungleich verteilt. Ein Bericht des SPIEGEL über die Carbon Majors Database zeigt, dass 36 staatliche beziehungsweise staatlich kontrollierte Unternehmen für die Hälfte der weltweiten CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen und Zement im Jahr 2023 verantwortlich gewesen seien.

Diese Zahlen belegen, dass Klimaschutz nicht allein eine Aufgabe einzelner Bürgerinnen und Bürger sein kann. Natürlich können wir alle durch unser Verhalten einen Beitrag leisten. Die entscheidenden Veränderungen müssen jedoch auch in der Energieversorgung, der Industrie, der Infrastruktur und bei den großen Produzenten fossiler Energieträger stattfinden.

Auch für unsere Region hat dieses Thema eine besondere Bedeutung. Der Energiekonzern RWE wird in der Carbon Majors Database mit einem eigenen Emissionsprofil geführt. Das Rheinische Revier ist über viele Jahrzehnte durch die Förderung und Nutzung von Braunkohle geprägt worden.

Für Pulheim ist diese Entwicklung besonders wichtig, weil unsere Stadt im Umfeld des Rheinischen Reviers liegt. Die Vergangenheit und die Zukunft der Energieversorgung sind für uns deshalb keine weit entfernten Themen. Der Strukturwandel findet in unserer Region statt und wird ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung über viele Jahre beeinflussen.

Fossile Energieimporte kosten Deutschland Milliarden

Ein besonders wichtiger Grund für eine nachhaltige Energiepolitik ist die starke Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieimporten.

Nach der Analyse von KfW Research über die Kosten fossiler Energieimporte hat Deutschland seit dem Jahr 2008 durchschnittlich rund 81 Milliarden Euro pro Jahr für den Import fossiler Brennstoffe ausgegeben. Die KfW nennt für 2024 Nettoimporte im Wert von rund 76 Milliarden Euro, für 2023 rund 90 Milliarden Euro und für das Krisenjahr 2022 fast 146 Milliarden Euro.

Diese Zahlen zeigen die wirtschaftliche Bedeutung unserer Abhängigkeit von Erdöl, Erdgas und anderen fossilen Energieträgern. Jedes Jahr fließen große Geldbeträge für Energieimporte ins Ausland. Gleichzeitig können internationale Konflikte und Krisen dazu führen, dass Energiepreise innerhalb kurzer Zeit stark steigen.

Genau auf diesen Zusammenhang weist auch das Umweltbundesamt in seinem Beitrag „Ausstieg aus fossilen Brennstoffen schützt vor Energiekrisen“ hin. Das Umweltbundesamt erklärt, dass eine geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen die deutsche Volkswirtschaft widerstandsfähiger gegenüber internationalen Energiekrisen und Preisschocks machen kann.

Die Aussagen von KfW Research und Umweltbundesamt ergänzen sich deshalb besonders gut: Die KfW zeigt die hohen wirtschaftlichen Kosten der fossilen Energieimporte, während das Umweltbundesamt auf die Risiken der Importabhängigkeit und möglicher Energiekrisen aufmerksam macht.

Für die DNGS ist der Ausbau erneuerbarer Energien deshalb nicht nur eine Frage des Klimaschutzes. Er ist auch eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft und der Sicherheit.

Unser Ziel muss es sein, einen immer größeren Teil unserer Energie selbst und nachhaltig zu erzeugen. Geld, das heute für fossile Energieimporte ausgegeben wird, könnte langfristig stärker in erneuerbare Energien, moderne Stromnetze, Speicher, Forschung, Infrastruktur und neue Arbeitsplätze in Deutschland und Europa fließen.

Erneuerbare Energien zeigen, dass Veränderung möglich ist

Die Energiewende hat bereits Fortschritte gemacht. Ein Bericht von n-tv über einen neuen Höchstwert bei der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien zeigt, dass erneuerbare Energien einen immer größeren Beitrag zur Stromversorgung leisten können.

Das ist eine positive Entwicklung. Trotzdem reicht es nicht aus, lediglich neue Windkraft- und Photovoltaikanlagen zu bauen. Ein nachhaltiges Energiesystem braucht auch leistungsfähige Stromnetze, Speichertechnologien und intelligente Lösungen, mit denen Strom dann genutzt oder gespeichert werden kann, wenn er in großen Mengen zur Verfügung steht.

Für die DNGS gehören Nachhaltigkeit und technischer Fortschritt deshalb zusammen. Die Energiewende sollte nicht als Rückkehr in eine weniger moderne Zeit verstanden werden. Sie kann vielmehr ein großes Innovationsprojekt sein.

Elektroautos können zu Energiespeichern werden

Ein Beispiel für solche Innovationen ist das sogenannte Vehicle-to-Grid-Prinzip. Dabei wird ein Elektroauto nicht nur als Fahrzeug, sondern gleichzeitig als möglicher Energiespeicher betrachtet.

Ein n-tv-Beitrag über Vehicle-to-Grid und die mögliche Nutzung von Elektroautos als Stromspeicher beschäftigt sich mit der Frage, ob Besitzerinnen und Besitzer geeigneter Elektroautos durch die Bereitstellung ihrer Fahrzeugbatterie für das Energiesystem wirtschaftlich profitieren könnten.

Das Grundprinzip ist einfach: Wenn besonders viel Strom aus Windkraft oder Photovoltaik zur Verfügung steht, kann die Batterie des Elektroautos geladen werden. Wird später mehr Strom benötigt, kann ein Teil der gespeicherten Energie wieder für das eigene Haus oder das Stromnetz zur Verfügung gestellt werden.

Der n-tv-Beitrag untersucht dabei eine mögliche Größenordnung von 500 bis 800 Euro im Jahr. Ob solche Beträge tatsächlich erreicht werden können, hängt von verschiedenen technischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Bedingungen ab. Trotzdem zeigt das Beispiel, welche Möglichkeiten durch die Verbindung von erneuerbaren Energien, Elektromobilität, Digitalisierung und intelligenten Stromnetzen entstehen können.

Für die DNGS ist diese Entwicklung besonders interessant, weil Bürgerinnen und Bürger dadurch nicht nur Verbraucher von Energie wären. Sie könnten gleichzeitig Energie erzeugen, speichern und dem Energiesystem zur Verfügung stellen.

Der Strukturwandel ist eine Chance für das Rheinische Revier

Der politisch beschlossene Ausstieg aus der Braunkohleverstromung führt zu einem tiefgreifenden Strukturwandel im Rheinischen Revier. Die offizielle Informationsplattform zum Strukturwandel im Rheinischen Revier informiert über die Transformation der Region und die verschiedenen Zukunftsprojekte.

Für unsere Region ist dieser Wandel eine große Herausforderung. Über viele Jahrzehnte waren Arbeitsplätze, Unternehmen und ganze Gemeinden mit der Braunkohle verbunden. Eine erfolgreiche Energiewende muss deshalb auch die Menschen berücksichtigen, deren Arbeitsplätze und Lebensumfeld von diesem Wandel betroffen sind.

Gleichzeitig bietet der Strukturwandel große Chancen. Das Rheinische Revier kann zu einer Zukunftsregion für erneuerbare Energien, Forschung, moderne Industrie, Speichertechnologien, nachhaltige Mobilität und neue Unternehmen werden.

Die DNGS möchte, dass auch Pulheim die Möglichkeiten dieser Entwicklung nutzt. Unsere Stadt liegt im Umfeld einer Region, in der in den kommenden Jahren große Investitionen und Veränderungen stattfinden werden. Pulheim sollte sich aktiv in diesen Prozess einbringen.

Was bedeutet nachhaltige Energiepolitik für Pulheim?

Eine nachhaltige Energiepolitik ist auch auf lokaler Ebene möglich. Die Stadtwerke Pulheim versorgen ihre Kundinnen und Kunden nach eigenen Angaben seit dem 1. Januar 2020 ausschließlich mit Ökostrom, der vollständig aus Windkraftanlagen stammt. Dabei setzt der Versorger nach eigener Darstellung auf Anlagen, die höchstens vier Jahre alt sind, und nutzt das Herkunftsnachweisregister, um eine Doppelvermarktung der Energie auszuschließen.

Die Umstellung zeigt, dass Klimaschutz und eine zuverlässige Energieversorgung miteinander verbunden werden können. Für die Kundinnen und Kunden blieben laut den Stadtwerken bei der Umstellung Vertragslaufzeiten, Preise und andere Konditionen unverändert; zugleich soll die Versorgung weiterhin zuverlässig und sicher gewährleistet werden. Die Stadtwerke verfolgen dabei den Ansatz, ausschließlich Ökostrom anzubieten und die Umstellung für ihre Kundschaft möglichst unkompliziert zu gestalten.

Für uns zeigt das Beispiel Pulheim: Die Energiewende findet nicht nur auf internationalen Konferenzen oder in der Bundespolitik statt, sondern auch direkt vor Ort. Kommunale und regionale Energieversorger können dazu beitragen, erneuerbare Energien stärker nachzufragen, Klimaschutz konkret umzusetzen und die Menschen ohne unnötige Hürden an der Energiewende zu beteiligen.

Besonders wichtig ist dabei die Verbindung zwischen erneuerbarer Energie und regionaler Verantwortung. Mit dem Produkt „Pulheim Naturstrom“ werden nach Angaben der Stadtwerke konkrete lokale Projekte unterstützt, die wiederum in erneuerbare Energien investieren. Damit kann Energiepolitik zusätzlich regionale Wertschöpfung und konkrete Nachhaltigkeitsprojekte vor Ort fördern.

Die Energiepolitik der Stadtwerke beschränkt sich nach eigener Darstellung nicht allein auf den Strombezug. Das Unternehmen nennt als weitere Maßnahmen unter anderem Elektromobilität im eigenen Fuhrpark, Ökostrom in den eigenen Büros, Recyclingmaterialien bei der Geschäftsausstattung und die Unterstützung ökologischer Projekte in Pulheim. Langfristig formulieren die Stadtwerke das Ziel, ein vollständig klimaneutrales Unternehmen zu werden..

Unsere Vorstellung von nachhaltiger Energiepolitik

Die DNGS steht für eine Energiepolitik, die Klimaschutz, wirtschaftliche Vernunft, Versorgungssicherheit, Innovation und soziale Gerechtigkeit miteinander verbindet.

Die wissenschaftliche Geschichte des Klimawandels zeigt, dass das Problem seit langer Zeit bekannt ist. Die Berichte über fossile Wirtschaftsinteressen und Lobbyismus zeigen, warum Veränderungen auf Widerstände treffen können. Die Daten zu großen  CO₂-Emittenten zeigen, dass die Verantwortung primär bei wenigen Energiekonzernen liegt und nicht alleine auf die einzelnen Bürgerinnen und Bürger übertragen werden darf (CO₂-Fußabdruck).

Gleichzeitig zeigen die Analysen von KfW Research und Umweltbundesamt, dass die Abhängigkeit von fossilen Energien nicht nur ein Klimaproblem ist. Sie kostet Deutschland jedes Jahr Milliarden und macht unsere Wirtschaft anfällig für internationale Krisen und Preisschwankungen.

Die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien und neue Ideen wie Vehicle-to-Grid zeigen dagegen, welche Möglichkeiten eine moderne und intelligente Energiewende bieten kann. Und der Strukturwandel im Rheinischen Revier zeigt, dass diese Veränderung unmittelbar vor unserer Haustür stattfindet.

Wir wollen, dass Pulheim und das Rheinische Revier die Chancen dieser Entwicklung nutzen. Nachhaltige Energiepolitik bedeutet für uns nicht, den Menschen immer neue Verbote vorzuschreiben. Sie bedeutet, bessere Alternativen zu schaffen, Innovationen zu ermöglichen, Abhängigkeiten zu reduzieren und darauf zu achten, dass die Vorteile der Energiewende möglichst allen Menschen zugutekommen.

Unser Ziel ist eine Energieversorgung, die langfristig sauberer, sicherer und unabhängiger wird. Eine erfolgreiche Energiewende kann das Klima schützen, die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Deutschlands stärken und neue Chancen für unsere Region schaffen.

Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Soziales gehören für uns zusammen. Deshalb ist eine nachhaltige Energiepolitik ein wichtiger Teil unserer Vorstellung von einer gerechten und lebenswerten Zukunft.

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